Diabetiker - Warnhund

Vor einigen Jahren haben Uschi Loth, Inhabein und Trainerin vom Hundezentrum Siegerland und Karin Pohl, Züchterin von Mittelpudeln in der Farbe black and tan, getestet in wie weit sich ein Pudel für solch eine Aufgabe eignet. Angefangen hat alles mit Glückspudel Socke. Theo war dann der erste richtige Diabetiker-Warnhund. Mittlerweile werden viele Hunde verschiedener Rassen und auch Mischlinge mit viel Erfolg bei Uschi Loth ausgebildet. Ich habe diese Entwicklung sehr intensiv verfolgt und bin der Meinung, dass es sehr viel mehr Sinn macht, sich in der Zucht auf solche Dinge zu konzentrieren als auf Schönheits- und Ausstellungstitel der Hunde.


An dieser Stelle möchte ich gern eine Zusammenfassung zum Diabetiker-Warnhund bringen, die mir Karin Pohl freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.


Schon seit einigen Jahren ist bekannt, dass es Hunde gibt, die im Zusammenleben mit ihrem Menschen diesen vor drohenden Gefahren, wie Unterzuckerungen, epileptischen Anfällen, Herzattacken und sogar Krebs warnen können.(engl. Health-Alert-Dogs).

Besonders für die Typ 1 Diabetiker, die ihre Unterzuckerung nicht spüren, können diese Hunde lebensrettend sein. Während einer Hypoglykämie finden chemische Prozesse im Körper eines Diabetikers statt, die der Hund im Atem und Schweiss riechen kann. Hierauf wird ein Diabetikerwarnhund trainiert.

Wie bei kaum einem anderen Assistenzhund ist die Ausbildung individuell sehr verschieden und an die Wünsche des jeweiligen Besitzers angepaßt. Vom reinen Anzeigen der Unterzuckerung bis zum komplett ausgebildeten und geprüften Behindertenbegleithund ist alles möglich. Natürlich ist ein guter Grundgehorsam zur Mitnahme in die Öffentlichkeit von Vorteil, auch das selbständige Apportieren eines Notfalltäschchens oder des Telefons im Falle, dass der Diabetiker handlungsunfähig sein sollte.

Ein Diabetikerwarnhund benötigt ein besonderes Einfühlungsvermögen um die begleitenden Verhaltensänderungen "seines" Menschen zu spüren und in die Warnung mit einfließen zu lassen. Dass der Pudel aufgrund seiner geradezu sprichwörtlichen Einfühlsamkeit und Zugewandtheit die besten Voraussetzungen für diesen "Job" hat, dürfte ohne Frage sein. Seine Allergikerfreundlichkeit ist zusammen mit der handlichen Größe noch ein zusätzliches Argument.

Für mich die schönste Voraussetzung ist die, dass diese Gesundheits-Schutzhunde nur in engem Kontakt mit ihrem Besitzer ausgebildet werden können und nicht wie Blindenhunde z.B. eine lange Trainingszeit durchlaufen um später zum neuen Besitzer zu wechseln. So einen Hund auszubilden ist eine wundervolle Aufgabe, kenne ich doch selber eine Mutter mit einem 7jährigen Diabetes-Kind, die keine Nacht durchschlafen kann aus Angst vor einer unbemerkten Unterzuckerung, gleichzeitig gibt es im Freundeskreis den Fall einer Dame in meinem Alter, die seit mehr als 10 Jahren ihre ins Zuckerkoma gefallene Tochter betreut und täglich besucht. Wäre es nicht ein Traum mitzuhelfen, dass so etwas seltener vorkommt?

ZUR AUSBILDUNG :

Die Ausbilderin im Hundezentrum Siegerland Uschi Loth , eine geprüfte Blinden- und Assistenzhundeausbilderin , die zusätzlich sowohl Pädagogik als auch Tierpsychologie studiert hat, hat ein Konzept erarbeitet das auf der Ausbildung der Drogen- und Sprengstoffspürhunde basiert. Wir bieten keine festen Kurse an, sondern sind der Meinung, dass speziell das extrem menschenbezogene Hypohundetraining sehr individuell gestaltet werden muss. Wir persönlich finden es natürlich sehr sinnvoll, wenn der Hund eine umfassende Gehorsamsgrundausbildung hat, lehnen aber die Begleithundeprüfung als geforderte Basis ab. Wir wünschen einen sensiblen, menschenbezogenen Hund, der auf kleinste Körpersignale achtet. Die Begleithundeprüfung mit ihrem militärischen Drill und den lauten Kommandos sind dieser Sache nicht förderlich.

Eine einigermaßen anerkannte Prüfung für Therapie-und Assistenzhunde gibt es zwar vom Berufsverband der Hundetrainer. Es muss aber deutlich darauf hingewiesen werden, dass die so oft gepriesenen Privilegien (ähnlich denen des Blindenhundes) ausschließlich in Verbindung mit einem Schwerbehindertenausweis gelten, den die meisten Diabetiker nicht haben. Darüber hinaus gehende Versprechungen sind gesetzlich nicht haltbar und unseriös. Mag sein, dass manch eine Institution vor dem Aufdruck auf dem Geschirr Respekt hat, aber es existiert kein Rechtsanspruch.

Deshalb werden wir auch weiterhin dem Wunsch des einzelnen Menschen entsprechend seinen Hund so weit ausbilden, wie er es möchte. Manch einem reicht ja bereits ein Hund der bei Unterzuckerung bellt und der nächste möchte eben gern dass der Hund die Türen öffnet, Familienmitglieder holt oder sogar einen Notruf an Fremde apportiert. Jedem Kranken muss klar sein, dass der Hund zwar eine grundsätzliche Bereicherung seines Lebens werden wird, dass es aber nie eine Garantie für seine Leistung und Zuverlässigkeit geben kann. Deshalb werden wir auch nie im Vorfeld Geld verlangen, sondern unsere Arbeit wird so bezahlt wie sie auch geleistet wird. In Einzelstunden je nach Bedarf.


Auf den folgenden Seiten werde ich Hunde aus meiner Zucht in ihrer Ausbildung
zum Diabetiker - Warnhund begleiten und ihre Entwicklung dokumentieren.

Grace (aus dem G-Wurf) ist der erste Welpe meiner Zucht,
der die Ausbildung zum Diabetiker-Warnhund bei Uschi Loth macht. Ihre Fortschritte kann man auf ihrer Seite verfolgen.




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